Poetischer Umgang mit Schmerz und Verlust: Olga Martynova erhält am Donnerstag (3.4.) für ihren ersten deutschsprachigen Gedichtband den Peter-Huchel-Preis. Die Jury entdeckt in dem Werk feine Ironie und Heiterkeit.
Die russische Poetin Olga Martynova erhält am Donnerstag (3.4.) den mit 15.000 Euro dotierten Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik. Bei der Feierstunde in Staufen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) wird ihr Gedichtband "Such nach dem Namen des Windes" als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2024 ausgezeichnet. Preisstifter sind der Südwestrundfunk und das Land Baden-Württemberg. Martynova wurde 1962 im sibirischen Dudinka geboren und lebt in Frankfurt.
"Der erste auf Deutsch verfasste Lyrikband von Olga Martynova reagiert auf den Verlust eines geliebten Menschen und lotet die Möglichkeiten aus, ihn poetisch zu vergegenwärtigen", begründete die Jury ihre Entscheidung.
"Such nach dem Namen des Windes" zeige die Möglichkeiten der Poesie, mit Schmerz umzugehen. "Selbst angesichts der Unwiederbringlichkeit sprechen die Gedichte Martynovas unsentimental, präzis und mit einer feinen Ironie und Heiterkeit."
Der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1984 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Der Preis erinnert an den Lyriker Peter Huchel (1903-1981), der in Staufen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) starb.
Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Elke Erb, Thomas Kling, Friederike Mayröcker, Dincer Gücyeter und Judith Zander. Die Preisträgerin von 2024, Anja Utler, wird am Donnerstag aus ihren Gedichtsammlungen lesen.