Die seit längerem vom Land Niedersachsen geplante Zentralstelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren soll am 1. Juli ihre Arbeit aufnehmen. Das neue Angebot werde bei der Landesaufnahmebehörde in Osnabrück angesiedelt, teilte die Landesregierung am Dienstag mit. Damit hätten Firmen, die Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland einstellen wollen, künftig einen zentralen Ansprechpartner. Bisher seien dafür die 52 kommunalen Ausländerbehörden zuständig.
Das sogenannte beschleunigte Fachkräfteverfahren wurde bereits im März 2020 im Zuge des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes eingeführt. Durch die Neuregelung sollen die ausländischen Fachkräfte das Einreiseverfahren den Angaben zufolge noch schneller durchlaufen können. Unternehmen könnten mit einem konkreten Arbeitsplatzangebot ein solches Verfahren gegen Zahlung einer Gebühr von 411 Euro beantragen. Notwendig sei eine Vollmacht der ausländischen Fachkraft.
Die neue Zentralstelle biete den Firmen aktive und direkte Unterstützung im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende aus dem Nicht-EU-Ausland, sagte Innenministerin Daniela Behrens (SPD). Sie sei „ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, Niedersachsen einfacher, schneller und günstiger zu machen.“ Noch bis zum Jahresende gelte eine Übergangsfrist, während der die Firmen sich entweder an die neue Zentralstelle oder an die kommunalen Ausländerbehörden wenden könnten.
Die Diakonie in Niedersachsen hatte die bereits im vergangenen Jahr angekündigte Einrichtung der Zentalstelle begrüßt. Er sehe damit die Chance einer dringend notwendigen Beschleunigung der Verfahren, hatte Diakonie-Chef Hans-Joachim Lenke im Oktober betont.