Niedersachsen ruft die Schulen im Land zum zweiten Mal zu Wochen der Wiederbelebung auf. Den ganzen Juni über sollen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie die gesamte Schulgemeinschaft für Notfallsituationen sensibilisiert und praktisch geschult werden, wie das Kultusministerium am Dienstag in Hannover mitteilte. Schon einfache Maßnahmen wie das Erkennen eines Herz-Kreislauf-Stillstands oder die richtige Durchführung einer Herzdruckmassage könnten im Ernstfall Leben retten.
In niedersächsischen Schulen gab es laut dem Ministerium in der Vergangenheit immer wieder Situationen, in denen schnelle Reaktionen und grundlegende Kenntnisse in Erster Hilfe den entscheidenden Unterschied gemacht haben. Diese Erfahrungen zeigen eindrücklich, dass Wiederbelebungskompetenz ins Klassenzimmer gehört.
Dazu sollen die Themen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Notfallwissen und Wiederbelebungstechniken in Unterricht und Schulalltag integriert werden - etwa bei Projekttagen, im Unterricht, bei Sportveranstaltungen oder in ganztägigen Workshops.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) betonte: „Wiederbelebungskompetenz ist keine Zusatzqualifikation - sie gehört zur Allgemeinbildung.“ Mit der Initiative werde Wissen, Zivilcourage und Handlungssicherheit gefördert. Die Aktionswochen sind Teil der Bildungsinitiative „Leben retten macht Schule“, die im Januar vom Niedersächsischen Landtag beschlossen wurde.
Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand ist in Deutschland nach Angaben des Kultusministeriums die dritthäufigste Todesursache. Zu etwa 120.000 Betroffenen wird pro Jahr der Rettungsdienst gerufen - doch nur elf Prozent der Patientinnen und Patienten überleben einen solchen Notfall. Eine unverzüglich begonnene Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschancen der Betroffenen. Dadurch könnten jedes Jahr Tausende Menschenleben gerettet werden.