Gegen den 2021 gestorbenen Prediger und Gründer einer nigerianischen Freikirche, Prophet TB Joshua, werden erneut schwere Vorwürfe zum Einsturz seiner Kirche erhoben. Laut am Dienstag veröffentlichten BBC-Recherchen soll er Leichen versteckt und Familien der Opfer eingeschüchtert haben, um das Ausmaß der Tragödie zu verschleiern.
Beim Einsturz des Gebäudes der 1987 gegründeten "Synagogue Church Of All Nations" in der nigerianischen Hafenmetropole Lagos waren 2014 mindestens 116 Menschen gestorben, mehrheitlich Südafrikaner. Laut den neuen Recherchen soll den Rettungskräften damals über 24 Stunden der Zutritt verweigert worden sein. Das Gebäude war demnach ohne offizielle Genehmigung und zu hoch gebaut worden. Prophet TB Joshua machte für den Einsturz ein Flugzeug verantwortlich, das 30 Minuten lang über das Gebäude geflogen sei.
Der Prediger war auf dem ganzen Kontinent einflussreich, hatte zahlreiche Kontakte in die Politik und baute sich ab den 80er Jahren ein Imperium auf. Er gründete einen TV-Sender und bot Pilgerreisen nach Lagos an. In seinen Gottesdiensten behauptete er, Wunder vollbringen und Menschen von HIV und Aids heilen zu können.