Neo Rauch will keine Interviews mehr zu Politik und Kunst geben

Der Leipziger Maler Neo Rauch will als Kunstschaffender frei von jeglicher politischer Vereinnahmung sein. Er wolle einfach nur als Maler wahrgenommen werden, sagte Rauch in einem Interview des in Hamburg erscheinenden „Zeit“-Magazin (Ausgabe 30. April). Über Politik mit Blick auf seine Kunst wolle er nicht mehr sprechen.

Rauch sagte: „Ich will keine Interviews mehr geben, die sich außerhalb meines Schaffens verorten lassen. Aus Gründen des Werkschutzes.“ Er wolle sein Werk „reinhalten von irgendwelchen politischen Implikationen“. Zu seiner politischen Einstellung befragt, antwortete der Künstler: „Ich würde sagen, ich bin deutlich konservativer als beispielsweise Saskia Esken.“

Rauch, der Vertreter der sogenannten Neuen Leipziger Schule ist, war in der Vergangenheit wegen seiner vermeintlich rechtskonservativen Haltung kritisiert worden. Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich hatte 2019 in der „Zeit“ geschrieben, er erkenne bei Rauch „einige Motive rechten Denkens“. Der Maler hatte damals mit einem Bild geantwortet, das nach seinen Worten „nicht als Streicheleinheit konzipiert“ war.

„Der Anbräuner“ zeigt einen Mann sitzend auf einer Art Nachttopf, der mit seinen Fäkalien ein Bild zu malen scheint. Als Signatur sind die Buchstaben W und U zu erkennen. „Ich schlage immer zurück“, kommentierte Rauch nun sein damaliges Vorgehen.

Von Samstag an sind Werke von ihm in der Leipziger Baumwollspinnerei zu sehen. Anlass ist der 65. Geburtstag, den Rauch am 18. April feierte. Der Leipziger gilt als einer der erfolgreichsten Maler in Deutschland, für seine Bilder werden Millionen Euro gezahlt.

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