Naturschutzbund: Hamburgs Wälder brauchen mehr Schutz

Der Naturschutzbund (Nabu) fordert eine natürliche Waldentwicklung und einen besseren Schutz des Waldbodens in Hamburg. Das bedeute vor allem, nicht mehr mit schweren Maschinen in die Wälder zu fahren, um zu roden, wie es nach wie vor unter anderem im Klövensteen gängige Praxis sei, teilte der Nabu Hamburg am Mittwoch anlässlich des Tages des Waldes (21. März) und an Politik und Verwaltung in der Stadt gerichtet mit. Die Naturschützer fordern, dass mindestens 20 Prozent naturbelassene Waldflächen ausgewiesen werden.

„Wir brauchen mehr naturnahe Wälder, die fit für den Klimawandel sind und wertvolle Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Pilze bieten“, erklärte Malte Siegert, Vorsitzender des Nabu Hamburg. Hamburgs Wälder seien „unsere grüne Lunge und nicht der Holzlieferant für einen schnelllebigen Markt“. Es brauche funktionsfähige Waldökosysteme und es gelte, die natürlich entwickelten Wälder und die wertvollen Altbestände besser zu schützen. „Hier muss sich Natur entwickeln dürfen, ganz ohne forstwirtschaftliche Eingriffe.“

Laut Jens Sturm, Sprecher der Nabu-Fachgruppe Wald, werden Hamburgs Wälder zu 90 Prozent bewirtschaftet. „Wie im Klövensteen oder in Hausbruch und Eißendorf wurden in diesem Jahr wieder viele Bäume mit schweren Holzerntemaschinen, sogenannten Harvestern gefällt. Das hinterlässt im Wald tiefe Narben, der Waldboden ist nach dem Einsatz der schweren Maschinen auf Jahrzehnte zerstört“, kritisierte Sturm. Dabei sei besonders der Waldboden im Klimaschutz wichtig, weil er über 60 Prozent des Kohlenstoffs im Wald speichere.

Der Nabu fordert von Politik und Verwaltung, die naturnahe Waldentwicklung zu fördern (Prozessschutz) und dabei auf natürliche Naturverjüngung statt auf Aufforstung zu setzen, da auch diese Art der Bewirtschaftung eine stetige Belastung für das Ökosystem Wald bedeute. Ungestört entwickle sich ein naturnaher Wald ganz von alleine, er müsse nicht aufgeforstet werden, hieß es. Wälder mit hoher Biodiversität seien stabiler gegenüber Klimaveränderungen und anpassungsfähiger bei zu erwartenden Veränderungen.

Wälder erfüllen laut Nabu Hamburg zahlreiche sogenannte Ökosystemdienstleistungen für Menschen und spielen im Klimasystem eine große Rolle: Sie trügen zur Sauerstoffbildung bei, hätten eine zentrale Funktion im Wasserkreislauf, kühlten die Umgebungstemperatur und sorgten für saubere Luft, hieß es. Bäume und Waldboden speicherten große Mengen Kohlenstoff. Diese Dienstleistungen könnten Wälder aber nur erbringen, wenn sie sich frei entwickeln und damit über die Zeit eine hohe Vielfalt an Arten und Lebensräumen (Biodiversität) beherbergen.

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