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Nationalmuseum erhält wertvolle Tripi-Krippe als Schenkung

Die Protagonisten sind bekannt: Die Heilige Familie, dazu Hirten mit ihren Tieren und die Heiligen Drei Könige. Und doch ist die Krippe von Angela Tripi ein ganz besonderes Stück für die Sammlung des Nationalmuseums.

Die weithin berühmte Krippensammlung im Bayerischen Nationalmuseum in München wird um ein besonderes Exponat erweitert: ein zeitgenössisches Krippenensemble der sizilianischen Bildhauerin, Keramikerin und Malerin Angela Tripi (1941–2024). Diese gilt derzeit als international bekannteste italienische Krippenkünstlerin, wie das Haus am Donnerstag mitteilte. In ihrem “Laboratorio d’Arte” in Palermo fertigten sie und ihre Mitarbeiter seit den 1980er-Jahren Figuren und Krippenensembles, die in vielen Kirchen, Klöstern, Museen und Privatsammlungen weltweit vertreten sind.

Die ab dem ersten Adventswochenende im Nationalmuseum zu sehende Krippenszene zeigt laut Ankündigung prachtvoll ausgestattete Könige mit ihrem Gefolge, zu dem unter anderem ein imposantes Dromedar zählt sowie Maria mit dem Jesuskind. Figuren wie Musikanten, Hirten oder auch ein Wasserträger kommen ergänzend dazu.

Das Ensemble ist eine Schenkung von Dieter Weis. Er erwarb die einzelnen, sehr kostspieligen Krippenfiguren Stück für Stück in Sizilien direkt im Atelier von Tripi, wie es heißt. Ihren endgültigen Durchbruch erlebte Tripi laut Mitteilung mit der persönlichen Übergabe einer Krippe an Papst Johannes Paul II. (1920–2005) im Jahr 1991. Außerdem erhielt sie im Jahr 1994/95 einen Auftrag für die fast 15 Meter lange Pariser Rathauskrippe, an der sie fast zwei Jahre arbeitete.

Das Bayerische Nationalmuseums besitzt nach eigenen Angaben eine der kunst- und kulturgeschichtlich wertvollsten Krippensammlungen der Welt. Durch die Einbindung des Werks von Tripi werde diese in Richtung Gegenwart erweitert, da ihre Krippenfiguren in mehrerlei Hinsicht für eine innovative kunsthandwerkliche Leistung stünden. Nach langem Experimentieren in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren glückte der Künstlerin eine ästhetisch überzeugende Metamorphose der traditionellen Sizilianer Krippenfigurentypen des 18. und 19. Jahrhunderts zu einer eigenständigen Ausdrucksform.