Ein Wanderer starb, weil er möglicherweise von einem Bären attackiert wurde. Die slowakische Regierung ergreift nun umstrittene Maßnahmen.
Die Slowakei will rund ein Drittel der Bären auf ihrem Gebiet töten. Darauf einigte sich am Mittwoch die Regierung in Bratislava, nachdem am Wochenende ein Wanderer nahe der Stadt Banska Bystrica Medienberichten zufolge mutmaßlich von einem Bären getötet worden war. Opposition und Naturschützer kritisieren den Vorstoß.
Laut Zeitungsberichten war der Mann am Sonntag in der Nähe eines Wohngebiets unterwegs. Zu Wochenbeginn wurde seine Leiche dann im Wald entdeckt. Der slowakische Umweltminister Tomas Taraba kündigte daraufhin an, 350 von rund 1.200 Braunbären im Land zum Abschuss freigeben zu wollen. Sein Vorschlag wurde am Mittwoch durch die Regierung abgesegnet. Diese verhängte laut slowakischen Zeitungen einen Ausnahmezustand über mehrere Bezirke mit Bärenvorkommen.
Jedoch stößt der Schritt auf Kritik. "Wir sind überzeugt, dass eine Massentötung von Bären übertrieben ist und die Situation nicht lösen wird", sagte der Parlamentsabgeordnete Marian Caucik von den oppositionellen Christdemokraten. Ihm zufolge will die Regierung von Ministerpräsident Robert Fico von ihrem Versagen bei der Eindämmung der Maul- und Klauenseuche ablenken, die zuletzt in mehreren Landesteilen auftauchte. Auch Umweltschützer kündigten Protest an.