MK&G präsentiert neue Grafiken und Plakate

Wie sammelt eigentlich ein Museum? Mit der neuen Ausstellung „Flachware und Papiertorten“ öffnet das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MK&G) seine Schränke und gibt Einblick in seine Sammlungspraxis. Vom 18. April bis 12. Oktober sind rund 120 Neuerwerbungen aus dem Bereich Grafik und Plakat zu sehen, wie das MK&G am Dienstag mitteilte. Die Schau umfasse eine breite Auswahl von Protestplakaten und Plattencovern bis zu historischen Arbeiten, darunter Werke von Nadine Chahine, Dies Irae, Jenny Holzer, Barbara Lüdde und Stefan Marx. In der Ausstellung könnten auch Gäste ihre Sammelvorlieben teilen und Vorschläge für kommende Ankäufe machen, hieß es.

Ergänzt würden die neuen Werke von Infografiken, die die Sammlung auf humorvolle und selbstkritische Weise greifbar machen sollen. Damit will das MK&G seine „progressive Sammlungsstrategie“ verdeutlichen. So werde die bestehende Sammlung von Filmplakaten um Arbeiten aus Ägypten und dem Iran ergänzt. Protestplakate und Corona-Masken würden die Auseinandersetzung von Gestalterinnen und Gestaltern mit aktuellen und politischen Themen zeigen. Zudem werde mit dem Kauf feministischer, unabhängiger und selbst verlegter Publikationen ein bislang in Museen unübliches Sammelgebiet erschlossen.

Zum Titel „Flachware und Papiertorten“ erklärt das Museum: Als „Flachware“ würden zweidimensionale Objekte bezeichnet, meist aus Papier wie Plakate, Drucke, Zeichnungen, Fotografien, Flyer, Postkarten und Briefmarken. „Papiertorten“ beziehe sich auf die gezeigten Tortendiagramme, in denen die Neuzugänge kritisch analysiert werden, unter anderem mit Blick auf Genderverhältnisse und Entstehungsorte, hieß es. Nach Angaben des MK&G ist der Bereich Grafik und Plakat mit rund 400.000 Objekten der größte Sammlungsbereich des Hauses.

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