Mittelalterliche Windenarmbrust für Quedlinburg

Der Ausbau des neuen Schlossmuseums auf dem Quedlinburger Stiftsberg geht voran. Während in Teilen des Residenzbaus weiterhin restauriert wird, wurde dieser Tage mit der großen Windenarmbrust eines der bedeutendsten Objekte der neuen Dauerausstellung im Museum platziert, teilte die Stadtverwaltung Quedlinburg am Dienstag mit. Nach Angaben des Museums gilt die Windenarmbrust mit einer Länge von rund 2,78 Metern und einem Gewicht von etwa 150 Kilogramm als einzig erhaltenes Exemplar dieser Art in Europa und als Denkmal von europäischem Rang.

„Es ist ein besonderer Moment, wenn Objekte nun tatsächlich ihren Platz in der Ausstellung finden“, sagte Uta Siebrecht, Leiterin der Städtischen Museen und Archive Quedlinburgs. Das neue Schlossmuseum soll ab 28. März Besucherinnen und Besuchern einen neuen, vertieften Zugang zur Geschichte Quedlinburgs und des Stiftsberges ermöglichen.

Untersuchungen datieren das Eichenholz der Armbrust, auch Balliste genannt, auf die Jahre 1334/35. „Ob sie einst als Trophäe nach Quedlinburg gelangte oder aus dem städtischen Arsenal stammt, lässt sich heute nicht abschließend klären“, sagte Siebrecht.

Unstrittig sei jedoch ihre militärtechnische Bedeutung. Derart groß dimensionierte Windenarmbrüste galten zur damaligen Zeit als moderne Wehrtechnik und wurden von erhöhten Positionen aus zur Verteidigung eingesetzt. Der nicht mehr erhaltene Bogen hatte eine geschätzte Spannweite von etwa 3,50 Metern. Die abgeschossenen Bolzen erreichten vermutlich eine Länge von 1,70 Metern. Das Spannen erfolgte mechanisch über eine Winde.

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