Mit neuen Perspektiven voran

Theologinnentag
Mit neuen Perspektiven voran

Rund 50 Theologinnen haben am 11. Fe­bruar den 28. Westfälischen TheologinnenTag besucht, der in diesem Jahr in Dortmund-Brackel im Arent-Rupe-Haus der Kirchengemeinde Brackel stattfand. Der Westfälische TheologinnenTag ist zugleich feministisch-theologischer Studientag und jährliche Vollversammlung des Westfälischen Theologinnenkonventes, der auf eine über 80-jährige Tradition zurückblickt.
Als Referentin begrüßte der Geschäftsführende Ausschuss des Westfälischen Theologinnenkonventes Professorin Luzia Sutter-Rehmann aus Basel. Die promovierte reformierte Theologin eröffnete die inhaltliche Arbeit des Tages mit einer Bibelarbeit zu Lukas (Kapitel 24). Den Texten möglichst losgelöst von vertrauten und gewohnten Auslegungen zu begegnen, so als lese man sie zum ersten Mal, war die den Teilnehmerinnen von der Referentin dabei gestellte Aufgabe.
„Wer ist der Auferstandene?“ – unter dieser Fragestellung eröffnete die Referentin ein neues und ungewohntes Verständnis der Auferstehungstexte. Lukas berichte nicht eindeutig über die Ereignisse rund um die Auferstehung. „Der Leib Christi  sind wir alle!“ – so verstehe sie das, was im Lukas­evangelium erzählt werde, so die Referentin. In einer anschließenden liturgischen Mahlfeier wurde das zuvor Gehörte für die Teilnehmerinnen dann auf andere Art erlebbar.
Am Nachmittag führte Luzia Sutter-Rehmann im Vortrag in ihren Entwurf einer Theologie der Hungri­gen ein. Sie führte die Bedeutung des Hungers als zentrales Thema im Neuen Testament aus. In der Verbindung von sozialgeschichtlicher Exegese und befreiungstheologischer Auslegung richtete sie den Blick auf die Wut, die aus dem Hunger entsteht und der etwas Kritisch-Visionäres innewohne. Die Forderung nach Gerechtigkeit rücke erneut ins Zentrum, wenn wir die Wut der Menschen, die in den biblischen Texten mit dem Hunger gerungen haben, ernst nehmen und verstehen würden.
In der Vollversammlung des Konventes gab Sprecherin Anne Heckel neben dem Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Jahres einen Ausblick auf den Schwerpunkt der kommenden Zeit. So wird sich der  Geschäftsführende Ausschuss des Konventes mit Fragen rund um Mutterschutz und Elternzeit im Pfarramt beschäftigen.
Vor allem ging es aber um die Zukunft des westfälischen TheologinnenTages selbst. Dieser soll sein Profil als Studientag schärfen und möchte sich sichtbar für ein breiteres Publikum öffnen. Die Einladung für den Westfälischen TheologinnenTag 2018 zum Thema „Care“ richtet sich darum ausdrücklich an alle theologisch interessierten Frauen.

Weitere Informationen zum Westfälischen TheologinnenTag sind im landeskirchlichen Frauenreferat erhältlich. Internet: www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat.

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