Für Bundeskanzler Friedrich Merz sind die Deutschen zu oft krank. Er stellte zuletzt die telefonische Krankschreibung infrage - Gesundheitsministerin Warken kündigt jetzt eine Überprüfung an.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat eine Überprüfung der telefonischen Krankschreibung angekündigt. CDU und SPD hätten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, einen Missbrauch auszuschließen, sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel". "Genau das werden wir angehen und die aktuellen Regelungen auf den Prüfstand stellen. Wir brauchen praktikable Lösungen."
Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für ein Ende der telefonischen Krankschreibung plädiert. Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hatte sich für Abschaffung ausgesprochen - genau wie für eine Abschaffung der Pflicht, im Krankheitsfall in den ersten drei Tagen eine Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen, die sogenannte AU.
Die Pflicht zur Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit innerhalb von drei Tagen verursache jährlich rund 27 Millionen Arzt-Patienten-Kontakte, die medizinisch unnötig seien, so Gassen. "Die ersten drei Krankheitstage sollten arbeitsvertraglich geregelt werden - wie es viele andere Länder tun. Ich bin Befürworter von Karenztagen oder Bonussystemen."