Der evangelische Militärbischof Bernhard Felmberg hat für mehr Realitätssinn in der Friedensethik geworben. „Wenn wir am Ziel eines gerechten Friedens festhalten, müssen wir Antworten auf eine Situation finden, in der die Konfliktprävention gescheitert ist und gewaltfreie Mittel der Konfliktbearbeitung wenig erfolgversprechend sind“, erklärte der Bischof für die Evangelische Seelsorge in der Bundeswehr in Berlin: „Die Spannung zwischen der Zielperspektive des Friedens und der gegenwärtigen Lebenswirklichkeit ist auszuhalten.“
Als Christ und Verantwortlicher der Kirche müsse er sich eingestehen, „dass die Gemeinschaft der Kirche es nicht geschafft hat, ein Vorbild für Verständigung und Friedensbereitschaft zu sein“, räumte Felmberg ein. „Die Russisch-Orthodoxe Kirche nimmt in diesem Krieg eine besonders unheilvolle Rolle ein. Das beschämt mich“, erklärte der Militärbischof anlässlich eines neuen Debattenbeitrags zur Friedensethik der Evangelischen Kirche. Dieser Text ist jetzt in der Reihe der Schriften der Evangelischen Seelsorge in der Bundeswehr erschienen.