Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Anfang Februar gestorbene Rita Süssmuth für ihr Lebenswerk besonders gewürdigt. "Mit ihr verlieren wir eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die sich herausragende Verdienste erworben hat für unser Land und die CDU", sagte Merz zum Auftakt des Parteitags in Stuttgart. Ihr Lebensweg sei für eine Frau ihrer Generation alles andere als selbstverständlich gewesen. "Rita Süssmuth war ihrer Zeit oft voraus", so Merz.
Beispielhaft nannte der Kanzler ihren Einsatz für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, für die Rechte von Müttern und ihren Kampf gegen HIV/Aids. Süssmuth habe Land und Demokratie unermüdlich gedient und der Partei einen Auftrag hinterlassen: "Wir können etwas verändern, nicht die Welt, aber die Köpfe und das Handeln", so der CDU-Vorsitzende.
CDU-Parteitag: Neuwahl der Parteivorsitzenden
Auf dem Parteitag wird unter anderem der Parteivorsitzende neu gewählt. Darüber hinaus stehen 270 Anträge auf dem Programm. 1.001 Delegierte sowie rund 1.100 Gäste aus dem In- und Ausland sind in Stuttgart dabei, darunter prominente CDU-Mitglieder wie Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, und der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert.
Süssmuth war am 1. Februar im Alter von 88 Jahren gestorben. Geboren wurde sie 1937 in Wuppertal. Mit 34 Jahren wurde sie Professorin der Erziehungswissenschaften. 1981 trat sie in die CDU ein und wurde unter dem damaligen Kanzler Helmut Kohl 1985 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Ein Jahr später wurde sie auch Deutschlands erste Bundesfrauenministerin.
24. Februar: Staatsakt für Süssmuth in Berlin
Von 1988 bis 1998 war Süssmuth als zweite Frau nach Annemarie Renger (SPD) Bundestagspräsidentin und damit auch erste Parlamentspräsidentin im wiedervereinigten Deutschland. Am 24. Feburar findet in Berlin ein Trauerstaatsakt für Süssmuth mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier statt.
