Mehr Zwangsräumungen in Sachsen

Die Zahl von Wohnungsräumungen in Sachsen ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Von landesweit 3.221 Räumungsaufträgen sind 2.704 vollstreckt worden. Das geht aus einer am Freitag verbreiteten Antwort des sächsischen Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Juliane Nagel hervor. 2023 waren 3.146 Aufträge ergangen, 2.642 Räumungen fanden statt.

In den meisten Fällen führten demnach Mietschulden zur Zwangsräumung. Die Linksfraktion fordert eine landesweite Handlungsstrategie zur Bekämpfung und Verhinderung von Wohnungsnotfällen. Ein entsprechender Antrag liegt laut der Fraktion dem Landtag vor.

Der Freistaat müsse Kommunen dabei helfen, Wohnungsverlust zu vermeiden, hieß es. Dazu gehörten Modelle der Mietschuldenübernahme durch Darlehen, eine flächendeckende Schuldnerberatung und spezielle Hilfsangebote für von Wohnungsverlust bedrohte Menschen. Nicht zuletzt brauche Sachsen eine Offensive für mehr sozialen Wohnungsbau.

2024 waren in Sachsen nach Angaben der Linksfraktion 4.535 Menschen in Einrichtungen für Wohnungslose untergebracht. Ein Jahr zuvor seien es noch 2.935 Menschen gewesen, hieß es. Wohnungslosigkeit sei keineswegs ein kurzfristiges Phänomen. Vielmehr seien Menschen in der Regel über Jahre hinweg ohne eigene Wohnung.

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