Mehr Inobhutnahmen von Kindern in Sachsen

In Sachsen ist die Zahl der Inobhutnahmen von Minderjährigen gestiegen. 2023 habe es für 3.032 Kinder und Jugendliche diese vorläufige Schutzmaßnahme gegeben, teilte das Statistische Landesamt am Dienstag in Kamenz mit. Dies bedeute einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 12,4 Prozent (2022: 2.968 Fälle).

Dazu kämen 2.008 Fälle vorläufiger Inobhutnahmen von ausländischen Kindern und Jugendlichen nach unbegleiteter Einreise, hieß es. Mit 35 Prozent aller Maßnahmen war dem Landesamt zufolge die Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen am stärksten betroffen. Der Anteil von Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren, bei denen Schutzmaßnahmen ergriffen wurden, betrug 23 Prozent der Fälle.

Bei Inobhutnahmen entscheidet das Jugendamt, dass ein Kind oder ein Jugendlicher aufgrund einer Notsituation vorübergehend nicht in der eigenen Familie oder üblichen Umgebung wohnt. Das Jugendamt bringt die Minderjährigen zum Schutz vorübergehend oder dauerhaft an einen anderen, sicheren Ort. Laut Landesamt erfolgten 19 Prozent der Schutzmaßnahmen auf eigenen Wunsch des Kindes oder Jugendlichen.

54 Prozent der Fälle veranlassten wegen dringender Gefahr die sozialen Dienste der Jugendämter sowie Polizei und Ordnungsbehörden. Als häufigste Ursachen gelten vor allem die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils, die unbegleitete Einreise aus dem Ausland, Beziehungsprobleme sowie Anzeichen für Vernachlässigung.

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