Am 50. Todestag von Cetin Mert ist mit einer Gedenkveranstaltung an den damals fünfjährigen Jungen aus West-Berlin erinnert worden, der 1975 an der Grenze zu Ost-Berlin ertrunken ist. Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Clara Herrmann (Grüne), betonte anlässlich des Gedenkens am Sonntag, Cetin Mert sei eines von fünf Kreuzberger Kindern, die in der Spree ertranken, weil sie aufgrund des damaligen Grenzverlaufs zwischen Ost- und West-Berlin nicht rechtzeitig gerettet werden konnten.
„Heute stehen wir in der Verantwortung ihre Geschichte zu erzählen und sichtbar zu machen“, betonte Herrmann: „Wir stehen in der Verantwortung für Menschlichkeit und Kinderrechte einzutreten.“
Zu der Gedenkveranstaltung hatte die Stiftung Berliner Mauer eingeladen. Der kleine türkische Junge ertrank nach Angaben der Stiftung am Tag seines fünften Geburtstags am 11. Mai 1975 in der Spree unweit der Oberbaumbrücke. Beim Spielen war er am damaligen Gröbenufer in Kreuzberg, dem heutigen May-Ayim-Ufer, ins Wasser gefallen.
Damals verlief die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof entlang des Kreuzberger Ufers, während die Spree vollständig zum Osten gehörte. West-Berliner Polizei und Feuerwehr suchten vom Ufer aus mit Stangen nach dem Jungen im Wasser, da sie aufgrund des DDR-Grenzregimes nicht auf das streng bewachte Gewässer durften. Ein Ost-Berliner Grenzboot traf zu spät ein. Erst Stunden später bargen Taucher den leblosen Körper des Jungen.
Nach Angaben der Stiftung Berliner Mauer kamen in diesem Grenzabschnitt mindestens 13 Menschen ums Leben.