Das Werbeverbot für an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Snacks kommt nicht voran. Laut Medieninformationen ist ein zeitnaher Beschluss unwahrscheinlich. Verbraucherschützer machen weiter Druck.
Das vom Bundesernährungsministerium angestrebte Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel kommt nach Medieninformationen nicht voran. Der Gesetzentwurf ist weiter in der internen Ressortabstimmung, wie der "Spiegel" (Samstag) unter Berufung auf das Ministerium berichtet. Ein Kabinettsbeschluss noch im August ist demnach unwahrscheinlich.
Mit dem Gesetz soll Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Salz- oder Fettgehalt, die sich an Kinder und Jugendliche richtet, eingeschränkt werden. Demnach soll wochentags von 17.00 bis 22.00 Uhr, samstags zusätzlich von 8.00 bis 11.00 Uhr sowie sonntags von 8.00 bis 22.00 Uhr keine Werbung für solche Produkte ausgestrahlt werden - weder im Kinder- noch im anderen Programm.
Das Ministerium hatte den Gesetzentwurf bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. Auch vonseiten des Koalitionspartners FDP hatte es aber immer wieder Kritik an dem Vorstoß gegeben. Eine geplante Abstimmung im Bundeskabinett für die Sommerpause war wieder zurückgezogen worden.
Verbraucherschützer fordern das Gesetz derweil weiter ein. In einer am Mittwoch vorgestellten Marktstudie wies foodwatch darauf hin, dass viele Getränke in Deutschland, die speziell für Kinder gedacht seien, deutlich überzuckert seien. Im Schnitt kamen die getesteten Getränke auf sechseinhalb Zuckerwürfel pro Glas. Das erhöhe die Gefahr für Heranwachsende, an Fettleibigkeit oder Diabetes zu erkranken. Neben der Einführung des Werbeverbots forderten die Verbraucherschützer auch die Einführung einer Limo-Steuer für die Hersteller sowie eine Altersgrenze für den Kauf zucker- und koffeinhaltiger Energydrinks ab 18 Jahren.