Mit seinem Glauben geht er offen um. Warum sein Glaube so stark sei, erkläre sich aus einem Kindheitserlebnis, bei dem er fast gestorben sei, sagt Luke Kelly, Mitglied der Musikgruppe Kelly Family.
Luke Kelly (23), Amateursportler und Mitglied der Kelly Family, beklagt eine Oberflächlichkeit bei vielen Menschen in seinem Alter. "Menschen sollten sich Zeit nehmen, einander zuzuhören. Ich merke, dass viele Leute in meinem Alter oberflächlich geworden sind. Ich will für die Menschen mit ihren Sorgen da sein, geteiltes Leid ist halbes Leid. Man kann schon helfen, indem man zuhört", sagte der Christ im Interview des Portals katholisch.de (Samstag).
Er selbst sehe sich nicht als Vorbild, habe aber Vorbilder im Glauben. "Das können auch Menschen sein, die sich eigentlich selbst gar nicht als Christen sehen. Denen sage ich dann ganz oft: Du bist so ein guter Mensch, der Glaube steckt schon in dir drin", so der Sohn des Musikers Joey Kelly. Vielen Menschen sei der Glaube verloren gegangen. "Wenn ich von meinen Glaubenserfahrungen erzähle und dadurch den Menschen Gott nahebringe, erfülle ich meine Aufgabe als Christ."
Er selbst sei sehr stolz auf seinen Glauben, betonte Kelly. "Mit vier Jahren bin ich vom Hochbett gefallen. Die Ärzte haben meiner Familie gesagt, dass ich nur eine geringe Überlebenschance hätte. Es wurde für mich gebetet, und es wurden Messen gefeiert. Meine Familie ist sehr katholisch." Den Eingriff am Schädel habe er ohne große Einschränkungen überstanden. "Ich glaube ganz fest daran, dass mir von Gott eine zweite Chance gegeben wurde."
Mit Blick auf die katholische Kirche sagte Kelly, dass das Thema Missbrauch nicht weggeschwiegen werden dürfe - "weil wir in der Verantwortung stehen, es heute besser zu machen". Er sei zutiefst erschüttert über die Taten von Priestern. "Man muss sich für die Betroffenen einsetzen und ihnen zuhören."
Er habe das Gefühl, dass manche Katholiken in den vergangenen Jahren nicht im Einklang mit dem gestanden hätten, was die Kirche predige, so Kelly. "Dadurch ist natürlich auch ein großer Vertrauensbruch entstanden. Das kann ich durchaus verstehen, aber das heißt nicht, dass ich in meinem persönlichen Glauben geschwächt bin."