Zwischen Weihnachten und Epiphanias am 6. Januar darf nicht gewaschen werden, damit die zum Trocknen aufgehängte Wäsche keine bösen Geister anzieht – ein Brauch, der in vielen Regionen verbreitet war. So auch in Ostpreußen, wo es in der Zeit der „Zwölf Heiligen Nächte“ noch weitere Besonderheiten gab, wie etwa den Schimmelreiterumzug: Menschen zogen mit ihren Tieren von Haus zu Haus, sammelten Gaben für kranke Menschen und neckten die Bewohner.
An solche Rituale erinnert die Ausstellung „Stinthengste, Krähenbeißer, Lange Wurst und Co.“, die im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg zu sehen ist. Sie zeigt, dass christliche Feste für viele Menschen in Ostpreußen von großer Bedeutung waren.
Originale wie ein Taufkleid, einen Patenbrief und Tauftaler
Die Ausstellung zeigt zum Beispiel zahlreiche Erinnerungen an die Taufe, die in Ostpreußen als großes Fest gefeiert wurde. Zu sehen gibt es Originale wie ein Taufkleid, einen Patenbrief, Tauftaler oder auch Kinderbesteck mit eingraviertem Taufdatum sowie eine Täuflingshaube – Originale, die Menschen auf der Flucht aus Ostpreußen am Ende des Zweiten Weltkrieges unbedingt mitnehmen wollten.Ostermontag war das sogenannte Schmackostern im Bekannten- und Familienkreis verbreitet: Junge Leute gingen frühmorgens mit Ruten von Haus zu Haus, peitschten alle, die noch in den Betten lagen, und bekamen für das Aufsagen von Versen Leckereien geschenkt.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
