Der Naturschutzverband LBV Bayern hat ein Umdenken der bayerischen Staatsregierung beim Hochwasserschutz gefordert. Da durch den Klimawandel lang anhaltende Regenfälle immer häufiger würden, müsse sich auch der Freistaat gegen Hochwasser wappnen, teilte der LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) am Montag in Hilpoltstein mit. Der Verband kritisierte, dass die Staatsregierung vorrangig auf technische Lösungen wie den Bau von Poldern setze. Natürlicher Hochwasserschutz werde dagegen viel zu wenig in Betracht gezogen, sagte LBV-Geschäftsführer Helmut Beran.
Der LBV fordert, bis 2028 mindestens 10.000 Kilometer der bayerischen Bäche zu renaturieren, um mehr Wasser in den Flächen zu halten. „Dynamische Flüsse mit angrenzenden Auen als natürliche Überflutungsgebiete bewahren das Wasser viel länger in der Fläche als begradigte Bäche“, so Beran. Dies sei nicht nur aktive Hochwasservorsorge, sondern fördere die biologische Vielfalt und sei eine effektive Maßnahme gegen die zunehmende Trockenheit, so der LBV-Geschäftsführer. Die für die Bäche zuständigen Kommunen fühlten sich laut LBV jedoch oft allein gelassen. „Um die dringend notwendige Aufklärungsarbeit und die Beratung der Kommunen sicherzustellen, wird mehr Personal in den zuständigen Behörden benötigt“, sagte Beran.
Außerdem müssten trockengelegte Feuchtwiesen und Moore wiedervernässt werden. Sie seien nicht nur natürliche Wasserspeicher, sondern speicherten auch große Mengen an Kohlenstoff und seien dadurch gut für den Klimaschutz. Zudem leisteten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. „Wenn Bayern das Klima und somit unsere Zukunft ernsthaft schützen will, kann es nicht sein, dass im Rahmen landwirtschaftlicher Intensivierung immer noch Moore trockengelegt und Feuchtwiesen mit Drainagen entwässert werden“, sagte Beran. (00/0243/22.01.2024)