Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat am Donnerstag an das Kriegsende in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren erinnert. Landtags-Vizepräsidentin Anne-Marie Keding (CDU) nahm am Vormittag an der Kranzniederlegung der Landeshauptstadt und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Feld der Vereinten Nationen auf dem Westerhüser Friedhof in Magdeburg teil. Sie habe dabei das Totengedenken verlesen und so den Opfern des Krieges und des Nationalsozialismus gedacht, teilte die Landtagsverwaltung mit.
Für den Mittag hatte Landtagspräsident Gunnar Schellenberger (CDU) zu einer szenischen Lesung mit dem Buchautor und Journalisten Tim Pröse in den Landtag eingeladen. Pröse wollte an die letzten Helden des Widerstands gegen Hitler erinnern und ihre Stimmen und Vermächtnisse lebendig werden lassen, hieß es. Mit dieser besonderen Form des Gedenkens sollten den Angaben zufolge insbesondere jüngere Zielgruppen sowie Menschen erreicht werden, die sich weniger mit klassischen Formen des Gedenkens identifizieren.
Bereits am Dienstag hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) den 8. Mai als Tag der Mahnung bezeichnet. Demokratien seien kein Selbstläufer und könnten scheitern, mahnte der Regierungschef. „Wir halten unsere freiheitliche Ordnung zwar für selbstverständlich“, sagte Haseloff weiter: „Aber auch sie kann fragil werden und erodieren.“ Umso wichtiger seien demokratisches Engagement und permanente Wachsamkeit. „Für unser Gemeinwesen tragen wir schließlich alle Verantwortung“, unterstrich der Regierungschef.