Das Kunstmuseum Bonn widmet sich seit Donnerstag in einer Sonderausstellung dem Thema des Reisens in der Kunst. Die Ausstellung „Heimweh nach neuen Dingen. Reisen für die Kunst“ präsentiert dem Museum zufolge Werke von der Avantgarde Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Zu sehen sind bis zum 7. September rund 100 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Fotografien, Textil-, Keramik- und Videoarbeiten von 19 Künstlerinnen und Künstlern. Darunter sind auch Werke von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Joseph Beuys, Sigmar Polke, Hamid Zénati, Ulrike Rosenbach und Nadia Kaabi-Linke.
Im Mittelpunkt der Schau steht die Tunis-Reise von August Macke, Paul Klee und Louis Moilliet im Jahr 1914, die in die Kunstgeschichte einging. Die Ausstellung beleuchtet laut Kuratorin Barbara Scheuermann, wie sich die Perspektiven auf das künstlerische Reisen vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart verändert haben. Anfang des 20. Jahrhunderts sei der Blick auf fremde Länder noch stark von der Faszination für das „Exotische“ geprägt gewesen, ohne die kolonialen Strukturen zu hinterfragen. In der globalisierten Kunstwelt von heute gehe es für Künstlerinnen und Künstler auch darum, sich mit der eigenen Perspektive und kulturellen Zusammenhängen auseinanderzusetzen.