Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst nimmt die deutsche Kulturtradition privater Kleingärten in den Blick. Unter dem Titel „Schrebergärten. Streifzüge durch einen Mikrokosmos“ werden am Standort Frankfurt an der Oder rund 140 Werke von 14 Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, darunter überwiegend Fotografien, teilte das Museum mit. Die Ausstellung soll am Sonntag eröffnet und bis zum 10. August in der Rathaushalle der Stadt gezeigt werden. Der Name der Schrebergärten geht auf den Leipziger Arzt Moritz Schreber (1808-1861) zurück.
Schrebergärten dienten nicht nur als persönliche Rückzugsorte und Freizeitoasen, sondern spiegelten stets auch gesellschaftliche Entwicklungen und kulturelle Wertesysteme wider, hieß es. Die neue Ausstellung beleuchte „diesen besonderen Mikrokosmos“ und zeige, wie sich das Bild des Schrebergartens in den vergangenen fünf Jahrzehnten gewandelt habe. Dabei würden unterschiedliche Aspekte des Kleingartenlebens in den Fokus gerückt, von der Ästhetik der Gärten über die charakteristischen Nutzbauten bis hin zu den Menschen, die die Orte prägen.
Die Kunstwerke dokumentierten die vielschichtige Realität der Kleingartenkultur und ermöglichten „erstaunliche Einblicke in eine oft idealisierte Welt, in der sich Klischees und Vorurteile, aber auch der individuelle Ausdruck“ der Gärtnerinnen und Gärtner verdichte, hieß es. Das Image der Schrebergärten habe sich demnach in den zurückliegenden Jahren gewandelt. Einst als spießig belächelt, stünden sie heute „für den Wunsch nach Naturnähe, Nachhaltigkeit und Selbstversorgung“.