Krisendienste Bayern beraten jetzt auch Gehörlose per Telefon

Auch Gehörlose können die Krisendienste Bayern nun telefonisch nutzen. Möglich wird das über spezielle Angebote mit Unterstützung von Dolmetschern. Wie das neue Programm funktioniert.

Ab sofort können sich Gehörlose telefonisch bei den Krisendiensten Bayern beraten lassen. Das teilte der Bayerische Bezirketag am Dienstag in München mit. Umgesetzt wird die Beratung demnach durch sogenannte Tess Relay-Dienste, bei denen Gehörlose registriert sein müssen, um die Beratung nutzen zu können.

Dabei wird entweder über Video mit einem Gebärdensprachendolmetscher telefoniert, der parallel das Telefonat beim Krisendienst tätigt. Alternativ teilen Gehörlose in einem dafür eingerichteten Chat einem Schriftdolmetschdienst ihren Telefonwunsch mit. Dieser tätigt dann den Anruf und überträgt das Telefonat in Schriftsprache. Die Beratung ist laut Angaben sowohl anonym als auch namentlich möglich.

Franz Löffler, Präsident des Bayerischen Bezirketags, sagte laut Mitteilung: "Dass wir das Angebot der Krisendienste Bayern nun auch für gehörlose Menschen in Bayern anbieten können, ist ein wichtiger Meilenstein. Damit setzen die Krisendienste Bayern ein deutliches Zeichen für Inklusion und barrierefreie Versorgung." Petra Brandmaier, ärztliche Leiterin des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern, sagte stellvertretend für alle Leitstellen der Krisendienste Bayern, in Krisen brauche es schnelle, verständliche und vertrauensvolle Unterstützung.

Die Krisendienste Bayern beraten bei psychischen Krisen nach eigenen Angaben telefonisch in über 120 Sprachen. Sie sind unter 08 00 / 65 53 00 0 rund um die Uhr kostenfrei innerhalb Bayerns erreichbar, auch an Sonn- und Feiertagen.

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