Krankenkasse: Weniger Herzinfarkte bei Männern und Frauen

Warnung trotz guter Zahlen: Laut der Krankenkasse KKH erleiden immer weniger Personen einen Herzinfarkt. Dennoch seien Früherkennung und Prävention wichtig - wobei weibliche Betroffene oft vergessen würden.

Die Zahl der Herzinfarkte ist laut einer aktuellen Erhebung seit Jahren rückläufig. Bei Männern sank sie zwischen 2014 und 2024 unter Versicherten der Krankenkasse KKH um 18,5 Prozent, wie die Kasse am Mittwoch in Hannover mitteilte. Auch bei Frauen ging die Zahl im gleichen Zeitraum um 13,7 Prozent zurück. Anlässlich des "Go Red Days" am Freitag, zur Erinnerung an weibliche Betroffene von Herzproblemen, warnte die Krankenkasse davor, Infarkte als rein männliches Phänomen wahrzunehmen. Auch unter Frauen seien Herz- Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache.

Gerade bei Frauen werden Infarkte laut Kasse erst spät erkannt und Warnsignale oft fehlgedeutet. Trotz der sinkenden Zahlen brauche das Thema daher weiter Aufmerksamkeit. Wie die KKH-Medizinerin Nele Tempelhof erklärte, sei etwa das typische Stechen in der linken Brust bei Frauen seltener das vorherrschende Symptom eines Herzinfarktes. "Viel häufiger berichten Betroffene über unspezifische Anzeichen wie Atemnot, Übelkeit, Druckgefühl im Oberbauch oder eine unerklärliche Abgeschlagenheit."

Oftmals würden weibliche Symptome nicht mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht. Das kann nach KKH-Angaben lebensbedrohliche Folgen haben. Frauen würden etwa bei einem Herzstillstand seltener von Laien reanimiert und in der Folge häufiger sterben. Ein Grund dafür sei auch, dass bei einer Reanimation oft die Angst bestehe, bei Frauen etwas falsch zu machen oder in die Intimsphäre einzudringen. Laut KKH ist eine Herzdruckmassage aber bei allen Geschlechtern angebracht.

Tempelhof verwies zudem auf Früherkennung und Prävention. "Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Rauchverzicht und Stressmanagement können das Infarktrisiko deutlich senken." Bei Frauen wirke sich zudem die Menopause auf die Herzgesundheit aus. Mit dem Absinken des Östrogenspiegels stiegen häufig Blutdruck, Blutfette und Körpergewicht - Faktoren, die das Herz- Kreislaufsystem belasteten.

Laut eigenen Angaben sind rund 1,5 Millionen Menschen bei der KKH versichert. Wegen Herzinfarkten in Behandlung seien 2024 etwa 7.700 von ihnen gewesen.

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