Krankenkasse warnt vor Selbstdiagnosen mithilfe des Internets

Die Kaufmännische Krankenkasse sieht Selbstdiagnosen im Internet kritisch. Zwar könnten Onlinerecherchen zu Krankheiten und ihren Symptomen die Gesundheitskompetenz stärken, einen Arztbesuch ersetzten sie aber nicht, teilte die Krankenkasse am Donnerstag mit. Einer Befragung zufolge recherchieren 32 Prozent aller befragten 16- bis 70-Jährigen im Internet zu medizinischen Fragen - mitunter, um sich einen Arztbesuch zu ersparen.

Für die repräsentative Umfrage der KKH hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Dezember 2025 deutschlandweit 1.000 Bürger online befragt. Jeder Vierte hat der Studie zufolge angegeben, sich durch medizinische Onlinerecherche selbst helfen und auf einen Arztbesuch verzichten zu können. 13 Prozent der Befragten hätten sich bereits Selbstdiagnosen gestellt - unter den 16- bis 34-Jährigen waren es 20 Prozent.

Die KKH warnt davor, dass Laien unabhängig von der Seriosität der Quelle auf Diagnosen stoßen könnten, die sie überfordern. So fänden Internetnutzer, die nach Stichworten wie Kopfschmerz oder Schwindel suchten, beängstigende Ergebnisse wie Hirntumor oder Multiple Sklerose. Rund jeder siebte Befragte fühle sich durch die eigenen Rechercheergebnisse verunsichert.

Problematisch sei das vor allem für Menschen mit Angst- oder Zwangsstörungen. Die Onlinesuche nach Krankheiten wirke bei ihnen wie ein „Brandbeschleuniger“ für bereits bestehende Ängste. Die „Morbus Google“ genannte zwanghafte Sucht nach einer Internetdiagnose sorge im schlimmsten Fall dafür, dass Betroffene dramatische und falsche Eigendiagnosen stellen.

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