In der Demokratischen Republik Kongo ist der Journalist Stanis Bujakera zu sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt worden. Wie das Nachrichtenportal „Actualité.cd“ am Montagabend berichtete, befand ein Gericht in der Hauptstadt Kinshasa den kongolesischen Journalisten für schuldig, eine Geheimdienstakte gefälscht zu haben, die Grundlage für einen Artikel eines „Jeune Afrique“-Redakteurs war.
In der Akte wird dem Geheimdienst vorgeworfen, am Tod des ehemaligen kongolesischen Ministers Chérubin Okende im Jahr 2023 beteiligt gewesen zu sein. Weil Bujakera lange in Untersuchungshaft saß, ist die Gefängnisstrafe bereits abgegolten.
Der 33-Jährige war Anfang September am Flughafen in Kinshasa verhaftet worden. Der Journalist arbeitet für das französische Medium „Jeune Afrique“, die Nachrichtenagentur Reuters sowie kongolesische Nachrichtenportale. Auf der Internetplattform X (ehemals Twitter) folgen ihm mehr als 570.000 Menschen. Er lebt mit seiner Frau in Kinshasa und Washington DC.
Bujakeras Anwälte erklärten, in Berufung gehen zu wollen. Sie sehen ihre Argumentation nicht ausreichend berücksichtigt. Die Richter bezogen sich auf die Aussage eines Polizisten, im Verfahren wurden keine weiteren Zeugen oder Experten gehört.