Kirche sieht enorme Wirtschaftskrise in Bolivien

Bolivien leidet unter wachsender Armut und ökonomischen Problemen. Der Erzbischof von Sucre ruft die Politik auf, sich der Lage zu stellen, um einen Ausweg für das südamerikanische Land zu finden.

Angesichts wachsender wirtschaftlicher Probleme ruft die Kirche in Bolivien Politik und Gesellschaft zu gemeinsamen Kraftanstrengungen auf. Erzbischof Ricardo Centellas aus Sucre sagte laut Medienberichten (Sonntag Ortszeit) in einer Predigt, um die enorme Wirtschaftskrise Boliviens in den Griff zu bekommen, sei es erst einmal nötig, sich der Wahrheit zu stellen. "Viele Behörden sagen uns, dass alles in Ordnung sei - aber es ist nichts in Ordnung", so Centellas.

Soziale Ungleichheit und Arbeitslosigkeit seien gewachsen, sagte der Erzbischof. Man müsse nur auf den Markt gehen, um zu erkennen, dass fast alles teurer geworden sei. Er forderte die gesellschaftlichen Kräfte auf, einander zuzuhören; das sei der einzige Weg, um Konsens zu finden.

Um die Lage zu verbessern gab die sozialistische Regierung von Präsident Luis Arce zuletzt Grünes Licht für eine Lockerung von Agrar-Exporten, um an Devisen zu kommen. Arces Vorgänger Evo Morales, der das Land von 2006 bis 2019 regierte, warf seinem linken Parteifreund daraufhin neoliberale Praktiken vor. Das Tischtuch zwischen den beiden früheren Weggefährten gilt als zerstritten. Zuletzt sorgten von Morales unterstützte Straßenblockaden landesweit für zusätzliche Versorgungsprobleme.

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