Katholische Uni verhandelt mit Ministerium über Jura-Museum

Das Eichstätter Jura-Museum gilt wegen seiner Urzeit-Sammlung als international bedeutend. Nun steht das Haus einem Bericht zufolge vor finanziellen Schwierigkeiten - mal wieder.

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) verhandelt mit dem bayerischen Wissenschaftsministerium über die Zukunft des Eichstätter Jura-Museums. Das Ministerium bestätigte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Sonntag einen entsprechenden Bericht des Ingolstädter "Donaukuriers" (Wochenende). Details wurden nicht genannt. Dem "Donaukurier" sagte ein KU-Sprecher, Museum und Ausstellung bedürften einer Überarbeitung. Die Kosten dafür könne die Uni nicht allein stemmen. Aktuell spreche man daher mit dem Ministerium über die künftige Aufgaben- und Ressourcenverteilung.

Die Sammlung des Eichstätter Jura-Museums gilt als international bedeutend für die paläontologische und evolutionsbiologische Forschung. Dort sind insbesondere Fossilien der Solnhofener Plattenkalke aus den Steinbrüchen der Region zu sehen. Überregional bekannt ist das Haus für ein Exemplar des berühmten Urvogels Archaeopteryx und das weltweit einzige Exemplar des Raubdinosauriers Juravenator.

Um das Jura-Museum herrschte schon einmal ab April 2018 Ungewissheit, als das Eichstätter Priesterseminar angekündigt hatte, seine Trägerschaft abzugeben, vor allem wegen fehlender wirtschaftlicher Perspektiven. Dann übernahm die Trägerschaft im Juli 2019 die Stiftung Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die KU war am Sonntag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Im Rahmen der Trägerschaftsübertragung hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 2019 gesagt, dies sei ein besonderer Tag für die bayerische Paläontologie: "Das Herz dieser Forschung liegt im Altmühltal." Zudem sei das Jura-Museum bei jährlich über 6.000 Führungen und 40.000 Besuchern "ein Tourismusmagnet und eine Schatzkammer des bayerischen Erbes".

Staatlicherseits wird das Jura-Museum in mehrfacher Hinsicht gefördert: So liegt die wissenschaftliche und technische Betreuung der Exponate bei den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Zudem unterstützen Stadt und Landkreis Eichstätt den Betrieb finanziell.

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