Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Justizministers Benjamin Limbach (Grüne) gibt es bei den Ermittlungen gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki keine Verzögerungen. Das Verfahren gegen den Erzbischof wegen des Verdachts des Meineids wurde vor zehn Monaten begonnen. Er sehe keinen Verstoß gegen den Beschleunigungsgrundsatz, heißt es in einem Bericht des Ministers für den Rechtsausschuss des Landtags. Er reagierte auf einen Medienbericht, wonach sich die Ermittlungen verzögert hätten, auch weil der zuständige Staatsanwalt große Datenmengen ganz allein auswerte.
Limbach erläutert, wie die Staatsanwaltschaft mit den Daten umgeht, die Ende Juni 2023 bei einer Durchsuchung mehrerer Objekte des Erzbistums Köln und seines E-Mail-Dienstleisters beschlagnahmt wurden. Die Daten der privaten IT-Geräte Woelkis seien prioritär gesichtet und am 5. September dem Ermittlungsleiter Ulf Willuhn, dem Chef der politischen Abteilung der Kölner Anklagebehörde, zur Auswertung übergeben worden. Er habe bislang rund ein Drittel des Materials durchgesehen. Die Sichtung der persönlichen Kommunikation des Kardinals habe sich Willuhn wegen der Stellung des Beschuldigten als Seelsorger und Berufsgeheimnisträgers persönlich vorbehalten. In dem Zusammenhang wird darauf verwiesen, dass der Termin der Durchsuchungsmaßnahmen an Medien "durchgestochen" wurde.
