Jungen Menschen setzen beim Verhüten auf Kondom und Pille

Nicht gut für die Gesundheit? Zwar gehört die Pille weiterhin zu den meistgenutzten Verhütungsmitteln unter jungen Menschen, dennoch wird hormonelle Verhütung von ihnen kritisch gesehen.

Kondome sind bei jungen Menschen das beliebteste Verhütungsmittel, wie aus einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervorgeht. Der Umfrage zufolge nutzen 67 Prozent der 16- bis 25-Jährigen Kondome, die vor ungeplanten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Auf Platz zwei folgt mit 47 Prozent die Pille. Insgesamt verwenden fast neun von zehn befragten jungen Menschen (87 Prozent) Empfängnisverhütung. Die, die es nicht tun, geben finanzielle Gründe an oder haben aktuell keine sexuellen Kontakte. Manche erklären, keine Kinder bekommen zu können.

Die Notfallverhütung "Pille danach" hat knapp jede Dritte (28 Prozent) der jungen Menschen schon einmal verwendet; jede zehnte davon dabei bereits mehr als dreimal. Dennoch wird hormonelle Verhütung durch die Pille vor allem von jungen Frauen kritisch gesehen, wie die Umfrage zeigt. Fast zwei Drittel der sexuell aktiven Jugendlichen und jungen Erwachsenen befürchten demnach "negative Auswirkungen auf Körper und Seele". Die Hälfte der Befragten bezweifelt, dass hormonelle Verhütungsmittel "unbedenklich über Jahre hinweg" eingenommen werden können, und fast ebenso viele hinterfragen die Eignung dieser Mittel für sehr junge Mädchen.

Für die Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (63 Prozent) spielt bei der Wahl des Verhütungsmittels die Sicherheit und Zuverlässigkeit die größte Rolle. Knapp jeder Dritte (32 Prozent) legt der Studie zufolge vor allem Wert auf die einfache Anwendung. Der Schutz vor Krankheiten steht nur für 16 Prozent der jungen Menschen an erster Stelle. Vor allem jungen Frauen ist zudem die Verträglichkeit des Verhütungsmittels wichtig, das gab jede Dritte an. Für sie ist Verhütung auch eine Frage des Geldes: So spielen die Kosten des Verhütungsmittels für sexuell aktive junge Frauen doppelt so häufig eine wichtige Rolle wie für junge Männer.

Für die repräsentative Studie befragte die Bundeszentrale von Juli bis September dieses Jahres rund 2.000 sexuell aktive Menschen im Alter von 16 bis 49 Jahren, davon waren rund 500 zwischen 16 und 25 Jahre alt.

👋 Unser Social Media