Judith Kuckart übergibt Vorlass an Deutsches Literaturarchiv Marbach

Die Schriftstellerin, Regisseurin und Choreografin Judith Kuckart übergibt ihren Vorlass dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Seit über 30 Jahren zeichne sie in ihren Romanen die Entwicklung der Bundesrepublik und deren Vorgeschichte auf unverwechselbare Art nach, teilte das Deutsche Literaturarchiv am Dienstag in Marbach (Kreis Ludwigsburg) mit. So sei eine „berührende Chronik der Gefühle“ entstanden, die in der Nachkriegszeit beginne und bis in die digitale Gegenwart reiche.

Der Vorlass umfasst unter anderem Manuskripte und Materialsammlungen zu Kuckarts Romanen, Erzählungen, Essays und dramatischen Arbeiten. Ferner enthält er Briefe und Postkarten von Marcel Beyer, Tankred Dorst, Clemens Eich, Durs Grünbein, Wolfgang Hilbig, Kim Hyesoon, Wulf Kirsten, Uwe Kolbe, Michael Krüger, Irina Liebmann, Margriet de Moor, Monika Schoeller, Uwe Wittstock und vielen anderen. Auch Fotos, Aufzeichnungen, Plakate und Rezensionen zu ihren Arbeiten als Regisseurin und Choreografin gehören dazu.

Judith Kuckart wurde 1959 in Schwelm (Westfalen) geboren. Sie ist in der Literatur genauso zu Hause wie im Theater: 1984 gründete sie das „TanzTheater Skoronel“ mit Inszenierungen für das Hebbel-Theater Berlin, das Berliner Ensemble, das Teatro Vascello in Rom, die Oper Duisburg und den Gropius Bau in Berlin. Bis heute arbeitet sie als Regisseurin.

An der Freien Universität Berlin reichte Kuckart 1983 eine Magisterarbeit über die Dichterin Else Lasker-Schüler ein, daraus wurde zwei Jahre später ihr erstes eigenes Buch im S. Fischer Verlag, ein früher Versuch über eine „weibliche Ästhetik“. Es folgten 17 weitere Einzelveröffentlichungen, darunter der Roman Lenas Liebe (2002), der 2012 verfilmt wurde. Literaturpreise und Stipendien führten Judith Kuckart in die Villa Massimo in Rom, nach Krakau, New York, Los Angeles, London und Istanbul. (1031/06.05.2025)

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