Journalisten-Verband fordert anderen Umgang der Medien mit AfD

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat Medien dazu aufgefordert, ihre Berichterstattung über die AfD zu ändern. „Selbstverständlich müssen wir auch weiter über die AfD berichten“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster laut Mitteilung am Freitag in Berlin: „Doch sie ist keine normale Partei aus dem demokratischen Spektrum, daher erfordert sie einen angepassten Umgang in der Berichterstattung. Wir Journalisten müssen die völkischen, rassistischen und rechtsextremen Absichten dieser Partei deutlicher hervorheben.“

Beiträge der AfD dürften in politischen Debatten demnach nicht unkommentiert neben jene von demokratischen Parteien gestellt werden. Die AfD liefere einfache Antworten auf komplexe Probleme, was viele Menschen zunächst anspreche. „Die Nebenwirkung ist aber eine schleichende Vergiftung des demokratischen Diskurses. Das sollte bei jeder Berichterstattung über die AfD herausgearbeitet werden“, sagte der DJV-Vorsitzende.

Journalistinnen und Journalisten müssten „objektiv und kritisch über diese rechtsextreme Partei und ihre Vorhaben berichten, damit die Menschen verstehen, was diese Bewegung in Deutschland und Europa anrichten will“, so Beuster.

Der Verfassungsschutz hatte am Freitag mitgeteilt, er habe die AfD aufgrund „der die Menschenwürde missachtenden, extremistischen Prägung der Gesamtpartei als gesichert extremistische Bestrebung“ eingestuft. Mit der neuen Bewertung wird erstmals die gesamte Partei als verfassungsfeindlich eingestuft. Bisher hatten die Behörden nur die Landesverbände in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt entsprechend bewertet. Auf Bundesebene galt die AfD bislang lediglich als rechtsextremer „Verdachtsfall“.

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