Immer mehr Label, immer weniger Glaubwürdigkeit - Gütesiegel im Einzelhandel sollen Verbraucher beim Kauf unterstützen. Doch viele der Label erfüllen laut einem aktuellen Bericht ihre Versprechen nicht.
Viele der Nachhaltigkeitssiegel auf Kleidung oder Lebensmitteln im Handel können laut einem aktuellen Bericht ihre Versprechen nicht einhalten. Die Anzahl der Gütesiegel sei in den vergangenen Jahren zwar stetig gewachsen, die Glaubwürdigkeit könne damit aber vielfach nicht Schritt halten, erklärte die Christliche Initiative Romero (CIR) am Montag.
Der unabhängige Verein führt seit mehreren Jahren einen Labelchecker, der Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Übersicht über Gütesiegel geben soll und diese unter den Gesichtspunkten "Soziales", "Ökologie" und "Glaubwürdigkeit" bewertet. Für die nun aktualisierte Version des Berichts seien rund 80 Labels aus dem Bereich Lebensmittel und Textilien geprüft worden. Erstmals seien auch Handelsunternehmen wie Supermärkte, Discounter und Drogerien in die Bewertung mit aufgenommen worden.
Die Untersuchung habe gezeigt, dass weiterhin Unternehmen Gütesiegel erhielten, obwohl ihnen etwa Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen würden. "Wenn Unternehmen mit solchen Vorwürfen trotzdem als nachhaltig zertifiziert werden, untergräbt das das Vertrauen in das ganze Label-System", erklärte die CIR-Referentin für nachhaltige Lieferketten. Durch fehlende Transparenz würden Verbraucherinnen und Verbraucher in die Irre geführt. "Labels suggerieren Sicherheit, die sie in vielen Fällen aber nicht bieten können."