In Argentinien ist die Teuerungsrate im vergangenen Monat gesunken. Mit 13,2 Prozent lag die Inflation im Februar deutlich unter den 20,6 Prozent vom Januar 2024, wie das Nationale Statistikamt am Dienstag (Ortszeit) in Buenos Aires mitteilte. Indes stieg die jährliche Inflationsrate auf ein neues Rekordhoch von 276,2 Prozent, der höchste Wert seit der Hyperinflation von 1991.
Der im Dezember ins Amt gekommene Präsident Javier Milei feierte die Zahl als eine „Supernummer“. Wirtschaftsminister Luis Caputo sagte, der Wert zeige, dass Argentinien mittlerweile den Zenit der Inflation hinter sich gebracht habe und die Maßnahmen der Regierung greifen.
Argentinien litt seit mehreren Jahren unter einer kontinuierlich steigenden Inflationsrate. Um dieser Einhalt zu bieten, kürzte die neue Regierung massiv den Staatshaushalt, fror teilweise Gehälter ein und liberalisiert laufend den argentinischen Finanzmarkt. Als Teil dieser ultraliberalen Politik schaffte die Regierung Preisgrenzen ab und veranlasste massive Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr.
Als Folge leben mittlerweile deutlich mehr als 60 Prozent der argentinischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Suppenküchen verzeichnen Rekordzahlen an Mahlzeiten, die sie täglich ausgeben müssen, während die Regierung zugleich die Subventionen für solche Unterstützungsmaßnahmen zusammenstreicht. Ursprünglich hatten soziale Basisorganisationen, die der ehemaligen Regierung von Alberto Fernández nahe stehen, für Dienstag einen nationalen Protesttag geplant. Doch starke Regenfälle und Überschwemmungen in weiten Teilen des Landes verhinderten diesen. Für Anfang April kündigen Gewerkschaften derweil einen zweiten Generalstreik innerhalb des laufenden Jahres an.