Die Stadtverordneten in Limburg wollen Tauben der Stadt töten. Doch nach Protesten stimmen nun die Bürger der hessischen Stadt über Leben und Tod der Vögel ab. Vorschläge für ein Leben mit Tauben gibt es auch.
Die hessische Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin fordert, auf das Töten von Tauben in Limburg zu verzichten. "Tötungen sind, das wurde in anderen Städten längst bewiesen, keine nachhaltigen Methoden, um Taubenbestände zu verringern", erklärte sie auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). In Limburg wird zeitgleich mit der Europawahl in einem Bürgerentscheid darüber abgestimmt, ob die Stadttauben getötet werden. Dies hatte der Stadtrat im Jahr 2023 beschlossen und Proteste ausgelöst; nun sollen die Einwohner der Stadt entscheiden.
"Sie stimmen der Initiative von Taubenschützern zu, wonach die von der Stadtverordnetenversammlung vorgesehene Reduzierung des Bestands durch eine Tötung nicht umgesetzt wird oder sie bestätigen die Entscheidung der Limburger Politik, wonach ein Falkner mit der Tötung beauftragt werden kann", erläutert die Stadt Limburg auf ihrer Internetseite. Am 9. Juni sollen die Limburger Bürger abstimmen, ob die Vögel geschützt oder getötet werden.
Die Taube gilt als christliches Symbol für den "Heiligen Geist", auf den auch das Pfingstfest zurückgeht, und auch als Friedenssymbol. Viele Menschen schauen mit Wohlwollen auf Tauben - doch anderen gelten diese Vögel als "Ratten der Lüfte". Tierschutzexpertin Martin plädiert für ein Miteinander von Mensch und Tier. "Moderne Städte vollziehen längst den Wandel vom sinnlosen Töten hin zum Konzept eines stadtverträglichen, gesunden Taubenbestands, der das Stadtbild sogar bereichert."
Sie spricht sich für sogenannte Taubenschläge aus und nennt als Beispiel das Augsburger Modell in der bayerischen Großstadt. Die Vögel seien dabei an festen Standorten konzentriert und werden mit artgerechtem Futter versorgt. Damit einhergehend sei ein Fütterungsverbot zielführend. "Mit zum Konzept gehört auch der Eiertausch", sagte Martin. Durch das regelmäßige Ersetzen der Tauben-Eier durch Gips- oder Plastik-Eier werde eine Bestandsregulierung der Vögel möglich.
Die Tierschutzbeauftragte kritisierte, dass Limburg keine Beratung gesucht habe. Kommunen würden sich normalerweise melden. "Limburg ist eine traurige Ausnahme", so Martin.