Der Verlust von Lebensräumen und Klimaveränderungen haben dazu geführt, dass mittlerweile über die Hälfte der in Rheinland-Pfalz heimischen Vogelarten im Bestand gefährdet ist. Fast jede fünfte Art sei sogar vom Aussterben bedroht, geht aus der am Montag in Mainz vorgestellten neuen Roten Liste der Brutvögel hervor. „Die Situation vieler Vogelarten hat sich in den vergangenen zehn Jahren weiter verschärft“, sagte Landesumweltministerin Katrin Eder (Grüne).
Insbesondere Vögel, die Felder und Wiesenlandschaften bewohnen, sind vom Bestandsschwund betroffen. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen liegt der Anteil der gefährdeten Arten bei 85 Prozent. Selbst einstmals häufige Arten wie die Feldlerche sind mittlerweile selten geworden. Auch beim Feldsperling ist ein Einbruch der Bestandszahlen zu registrieren. Bei den Bewohnern von Feuchtgebieten ermittelten die an der Erstellung der Roten Liste beteiligten Vogelkundler große Rückgänge der Bestände.
„Die Rote Liste ist keine Anklageschrift, aber sie ist ein klarer Handlungsauftrag“, sagte Eder. Dank intensiver Bemühungen habe sich der Bestand einiger bedrohter Arten stabilisieren lassen. Beim Kiebitz sei dies etwa dank eines ambitionierten Artenschutzprogramms in Zusammenarbeit mit dem Landauer Zoo gelungen.
Für die Untersuchung waren 174 regelmäßig in Rheinland-Pfalz brütende Vogelarten untersucht worden. Die Bundesländer fertigen in regelmäßigen Abständen für bestimmte Tier- oder Pflanzengruppen Rote Listen der bedrohten Arten an. Die letzte Rote Liste der Brutvögel in Rheinland-Pfalz war 2014 erschienen. Der Status von 36 Arten hat sich im Zeitraum seither verschlechtert.