“Help” muss Hilfsprojekt im Südsudan wegen US-Kürzungen einstellen

Die internationale Hilfsorganisation „Help - Hilfe zur Selbsthilfe“ muss aufgrund der drastischen Mittelkürzungen in der US-Entwicklungsbehörde USAID ein zentrales Projekt im Südsudan einstellen. Obwohl 80 Prozent der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen seien und die Vereinten Nationen vor einem „humanitären Albtraum“ in dem von den Folgen eines Bürgerkriegs betroffenen Land warnten, sei man zu diesem Schritt gezwungen, teilte die Hilfsorganisation am Dienstag in Bonn mit.

„Durch die abrupten Mittelkürzungen durch USAID sind wir nun gezwungen, die Hilfe Ende April ersatzlos einzustellen. Für die Betroffenen in den Distrikten und unsere Mitarbeitenden ist das eine Katastrophe“, erklärte der Help-Programm-Manager Henning Kronenberger.

7,7 Millionen Menschen im Südsudan seien von Ernährungsunsicherheit betroffen. Das Projekt von Help stellte in den Distrikten Yirol East und Awerial therapeutische Versorgung von unterernährten Kindern sicher. „Bis zum geplanten Projektende Ende des Jahres hätten wir rund 70.000 Kinder mit unserer Hilfe erreicht“, erklärte Kronenberger.

Help ist den Angaben nach seit 2011 im Südsudan aktiv und setzt sich für eine Verbesserung der Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung im Land ein. Aktuell betreibt die Hilfsorganisation noch zwei weitere Projekte im Land, die nicht von den Mittelkürzungen betroffen sind. „Die Menschen im Südsudan sind dringend auf humanitäre Unterstützung angewiesen, ein Wiederaufflammen des Konflikts dürfte die Lage dramatisch verschärfen“, warnte Kronenberger.

Die Kürzungen treffen die Menschen im Südsudan in einer „sehr angespannten Lage“, wie es hieß. Nach dem Ende des Bürgerkriegs 2018 drohe der Konflikt im Land wieder zu eskalieren. Rund 130.000 Menschen seien aufgrund von Kampfhandlungen seit März auf der Flucht. Wegen des Kriegs im benachbarten Sudan befänden sich zudem mehr als eine Million geflüchtete Menschen im Land. Zudem tobe im Südsudan die schwerste Cholera-Epidemie seit 20 Jahren.

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