Helfer sehen nach Erdbeben in Myanmar weiterhin riesige Not

Menschen schlafen im Freien, ohne Wasser oder Nahrung: Hilfsorganisationen beschreiben die Lage nach dem Erdbeben in Myanmar als dramatisch – immer noch.
Helfer sehen nach Erdbeben in Myanmar weiterhin riesige Not
Aus aller Welt, hier aus China, sind Hilfslieferungen nach Myanmar unterwegs
Imago / Xinhua

"Die Erde hört nicht auf zu beben": Die Sicherheitslage in Myanmar bleibt nach Angaben von Caritas international angespannt. Viele Menschen trauten sich nicht zurück in ihre beschädigten Häuser, sagte Myanmar-Referentin Angela Gärtner. Sie müssten dringend sicher untergebracht und versorgt werden.

Zudem erschwere das Wetter die Lage: Sehr hohe Temperaturen und starker Regen mit Winden setzten den geschwächten und traumatisierten Menschen zu, hieß es. Aufgrund ausgefallener Sanitäranlagen wachse die Gefahr, "dass sich die Menschen durch verunreinigtes Wasser infizieren und krank werden", sagte Gärtner. In den kommenden Tagen drohten immer wieder Gewitter und starke Regenfälle, was zu Erdrutschen und weiteren Verwüstungen führen könnte.

Myanmar: Wiederaufbau wird Jahre dauern

Die Hilfsorganisation Care berichtete, dass viele Kinder bereits jetzt an Durchfall litten. In den provisorischen und überfüllten Unterkünften steige zudem das Gewaltrisiko, insbesondere für Frauen und junge Menschen. "Die Sorgen der Mütter in den betroffenen Gemeinden sind erschütternd", sagte Care-Länderdirektor Arif Noor. Sie würden nicht um Hilfe für sich selbst bitten, sondern fragen: "Wie sollen wir unsere Kinder ernähren? Wo bekommen wir Windeln her? Was passiert, wenn mein Baby krank wird und es keine Klinik in der Nähe gibt? Das sind die alltäglichen Ängste, die Frauen inmitten dieser Krise tragen."

Beide Organisationen weiten die Nothilfe derzeit nach eigenen Angaben aus. Der Wiederaufbau wird nach der "überwältigenden Zerstörung" laut Caritas Jahre dauern.

Das Erdbeben am 28. März kostete nach offiziellen Zahlen vom Donnerstag 3.600 Menschen das Leben. 48.834 Wohngebäude sowie 5.275 Pagoden und Stupas - buddhistische spirituelle Bauten - seien zerstört oder beschädigt worden, so die Militärregierung, zudem 3.094 buddhistische Klöster, 2.045 Schulen, 167 Gesundheitseinrichtungen, 2.171 Behörden-Standorte, 198 Staudämme und 148 Brücken. Diese Zahlen geben laut myanmarischen Medien nur die Schäden in den von der Militärjunta beherrschten Regionen des Bürgerkriegslandes an und lassen die von Regierungsgegnern kontrollierten Regionen außer Acht – die Caritas etwa geht von mehr als 5.000 Toten aus.

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