Die Theologinnen Nicole Kunkel und Lisanne Teuchert sowie der Oldenburger „Arbeitskreis Koloniale Kontinuitäten“ sind am Montagabend in Hannover mit dem „Hanns-Lilje-Stiftungspreis Freiheit und Verantwortung“ ausgezeichnet worden. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Qualifikationen und Initiativen zum Thema „Zukunft von Politik und Gesellschaft“, wie die evangelische Hanns-Lilje-Stiftung mitteilte.
Die Kategorie „Wissenschaftspreis“ teilen sich den Angaben zufolge Kunkel und Teuchert. Die Berlinerin Kunkel bewertete in ihrer Dissertation die „Tödlichen Funktionen in automatisierten Waffensystemen“ aus ethischer Sicht. Die Erlangerin Teuchert erhielt die Auszeichnung für ihre Habilitationsschrift „Die Wiederkehr der Rache. Emotionen, Überzeugungen und Praktiken aus theologischer Perspektive.“ Der „Initiativpreis“ ging an den Oldenburger „Arbeitskreis Koloniale Kontinuitäten“, der in die Geschichte des kolonialen Denkens und Handelns und auf seine Nachwirkungen bis heute blickt.
Der „Hanns-Lilje-Stiftungspreis Freiheit und Verantwortung“ wird seit 2010 alle zwei Jahre zu wechselnden Themen verliehen. Er ist nach Angaben der Initiatoren der höchstdotierte Preis, den kirchliche Stiftungen an Nachwuchswissenschaftler, Projekte und Initiativen vergeben. Prämiert werden herausragende Doktorarbeiten und Habilitationsschriften. Eine siebenköpfige Jury aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen wählt die Preisträger aus.
Der diesjährige Preis wurde bei einer Feierstunde mit rund 150 Gästen in der Neustädter Hof- und Stadtkirche überreicht. Die 1989 gegründete Hanns-Lilje-Stiftung fördert den Dialog von Kirche und Theologie mit Kunst und Kultur, Politik und Gesellschaft sowie mit Wissenschaft, Technik und Wirtschaft. Mit ihrem Namen erinnert sie an den früheren hannoverschen Landesbischof Johannes (Hanns) Lilje (1899-1977).