Hamburger Augenklinik transplantiert künstliche Hornhaut

In der Asklepios Klinik Nord-Heidberg wurde einem Patienten eine künstliche Hornhautschicht implantiert. Vier Monate nach dem Eingriff verzeichnen die Experten stabile Ergebnisse und merkliche Fortschritte in der Sehfähigkeit, wie die Klinik am Mittwoch mitteilte. „Mit dieser Technologie können wir erstmals Patienten helfen, die bisher auf Spendergewebe angewiesen waren“, sagte Oberarzt Joel Lüthy, der die Operation durchgeführt hat. Es sei die erste Implantation einer EndoArt-Prothese in Norddeutschland gewesen.

Die positiven Resultate würden den Weg für eine langfristige Anwendung in der Hornhautchirurgie ebnen, hieß es. Der minimalinvasive Eingriff ermögliche eine schnelle Heilung und Wiederherstellung der Sehschärfe. Die künstliche Hornhaut bestehe aus einem innovativen Material, das direkt auf die Innenschicht der Hornhaut aufgesetzt werde und die Funktion der natürlichen Hornhautinnenschicht übernimmt, hieß es.

Angesichts von rund 5.000 Patientinnen und Patienten, die bundesweit auf Spenderhornhäute warten, sei dies ein „Meilenstein“ in der Augenheilkunde. Bisher seien Schäden an der Hornhautinnenschicht durch Spendergewebe gelöst worden. Mithilfe der Prothese könne die jahrzehntelange Abhängigkeit von Spendergewebe „endlich überwunden“ werden, so die Klinik. Zudem vermeide man das Risiko von Immunabstoßungen, das bei traditionellen Hornhauttransplantationen häufig auftrete.

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