Grüner Mönch statt Ampelmann soll Marienfelds Klostertradition zeigen

Von Äbten zu Ampeln: Marienfeld will seine Kloster-Geschichte kreativ sichtbar machen. Wie ein Mönch auf Rot und Grün künftig zum Markenzeichen werden könnte.

Mönche könnten in Harsewinkels Ortsteil Marienfeld (Kreis Gütersloh) bald den Verkehr regeln. Zumindest, wenn es nach der städtischen SPD-Fraktion geht. Denn die beantragte in der vergangenen Woche den Austausch der Piktogramme an der Fußgängerampel am Waldschlösschen in Marienfeld. Wie eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte, werde der Antrag derzeit geprüft und Ende Mai im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss beraten.

Ein roter, stehender Mönch solle in Zukunft "Stopp" signalisieren, sowie ein grüner, gehender Mönch "Gehen", heißt es im Antrag. Die SPD-Fraktion möchte mit diesem Vorschlag dem Beispiel verschiedener deutscher Städte folgen, in denen in den vergangenen Jahren die klassischen Ampelmännchen "durch individuell gestaltete Piktogramme mit lokalem Bezug" ersetzt worden seien. "Solche kreativen Lösungen schaffen nicht nur Wiedererkennungswert, sondern stärken auch das kulturelle Profil und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt", argumentieren die Antragsteller.

Marienfeld besitze als ehemaliger Klosterstandort ein starkes historisches Alleinstellungsmerkmal, schreiben die antragstellenden Ratsmitglieder. Die ehemaligen Zisterzienserabtei Marienfeld war 1185 gegründet und im Rahmen der Säkularisierung im Jahr 1803 aufgelöst worden. In Harsewinkel wird das Andenken an diese Geschichte nach Überzeugung der Antragsteller noch heute aktiv gepflegt - unter anderem durch die Benennung zahlreicher Straßen nach ehemaligen Äbten. "Die Darstellung eines Mönchs auf der Fußgängerampel würde diese Tradition kreativ aufgreifen, zur lokalen Identität beitragen und zugleich einen besonderen Akzent im öffentlichen Raum setzen", schreiben sie. Und versprechen sich womöglich auch einen "touristischen Mehrwert" von den neugestalteten Ampeln.

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