Im ersten Wahlgang zum Bundeskanzler ist Friedrich Merz gescheitert. Die Grünen-Politikerin Renate Künast beschreibt die Atmosphäre im Bundestag.
Nach der im ersten Durchgang gescheiterten Wahl von Friedrich Merz (CDU) zum Bundeskanzler macht sich unter den Abgeordneten Betroffenheit breit. In ihrer Bundestagsfraktion herrsche Sprachlosigkeit, sagte die Grünen-Politikern Renate Künast am Dienstagmittag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Zugleich offenbart das Ergebnis laut Künast eine grundsätzliche Schwäche des CDU-Kanzlerkandidaten: "Er bindet nicht zusammen." Überdies habe er in den eigenen Reihen Erwartungen geschürt, die er nicht einhalten könne. "Er hat seine Parteifreunde auf den Baumwipfel getrieben und kann sie jetzt nicht mehr in die Realität zurückholen." Das führe zu Frustration und Entfremdung.
Derzeit beraten die Fraktionen im Bundestag über das weitere Prozedere. Merz fehlten im ersten Wahlgang für eine Kanzlermehrheit mit 310-Ja-Stimmen sechs Stimmen. Dieser Vorgang ist in der Bundesrepublik bislang einmalig. Die neun bisherigen Bundeskanzler wurden alle im ersten Wahlgang gewählt.