Der "Maus" sei Dank: Wenn Siham El-Maimouni am 26. April durch die Gala zur Verleihung der diesjährigen Grimme-Preise führt, darf sie sich selbst eine der begehrten Trophäen überreichen.
An kuriosen Szenen war beim Grimme-Preis nie Mangel. Harald Schmidt provozierte das Publikum gleich mehrfach, der österreichische Kabarettist Josef Hader sorgte in den 1990er-Jahren für einen handfesten Skandal, als er unter der Gürtellinie angesiedelte Ausschnitte aus seinem Solo-Programm ("Ficken und Kabarett, das geht gar nicht!") zum Besten gab. Und als Kurt Kroemer 2011 Thomas Gottschalk übertrumpfen wollte, zeigte der "Wetten, dass...."-Altmeister dem jüngeren Kollege auf offener Bühnen, wie sich das mit Koch und Kellner verhält.
Auch der Grimme-Preis 2024 wartet schon sechs Wochen vor der Preisverleihung mit einer Besonderheit auf. In diesem Jahr wird erstmals die Moderatorin Siham El-Maimouni durch die Gala im Theater der Stadt Marl führen. Die Journalistin moderiert seit 2021 im Wechsel mit Max Moor das ARD-Kulturmagazin "ttt - titel thesen temperamente" im Ersten und ist für "Die Sendung mit der Maus" als Reporterin unterwegs.
Am 26. April kann sie sich in Marl dann selbst einen der begehrten Grimme-Preise überreichen. Denn El-Maimouni, deren Eltern aus Marokko stammen, hat für die "Maus"-Spezial-Sendung "Marokko-Maus", das Heimatland ihrer Familie bereist. Die Jury lobte ihre kindgerechte Aufbereitung von Themen wie Bildung, Technologie und Geschichte, weil hier nicht einfach jemand durch ein interessantes Land fahre, sondern persönliche Geschichten erzähle, "die für Deutschland als Einwanderungsgesellschaft bedeutsam sind. Es entstehe dadurch ein Einblick, der frei sei von touristischen oder 'exotischen' Perspektiven, so die Jury. Und dafür wird El-Maimouni in der Kategorie "Kinder und Jugend" mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet.