Unter dem Titel „Welcome“ zeigen die Kunstmuseen Krefeld ab Sonntag (4. Mai) ein vom Künstler Gregor Schneider eigens für die Villa Esters geschaffenes ortspezifisches Werk. Schneider habe Haus Esters als Experimentierfläche genutzt, sagte Museumsleiterin Katia Baudin am Freitag bei der Vorstellung des Projekts. Man bekomme etwas ganz anderes als erwartet. Der Künstler hatte eine vierköpfige syrische Familie eingeladen, einige Wochen in der Villa zu leben und sie nach ihren Bedürfnissen und ästhetischen Wünschen zu gestalten und möblieren.
Inzwischen ist die Familie wieder ausgezogen und hat die Möbel mitgenommen. Vorhänge, Tapeten, verschiedene Leuchten und die Kalligrafie der zweiten Sure des Koran sind als Spuren ihrer Anwesenheit in der Bauhausvilla verblieben. Das Ergebnis schaffe einen Reflexionsraum für die Besucher, sagte Schneider: „Wie gehen wir mit unseren Vorbehalten, mit unseren Klischees um?“ Durch einen Perspektivwechsel entstehe ein kultureller Vergleich und das Projekt spiegele zugleich den politischen Umgang mit Migration.
Der 1969 im heute zu Mönchengladbach gehörenden Rheydt geborene Gregor Schneider ist mit „Welcome“ zum dritten Mal zu Gast an der Wilhelmshofallee: 1994 war er Teil einer Gruppenausstellung im Haus Lange. 2000/2001 zeigte er „Hannelore Reuen - Alte Hausschlampe“ im Gartenhaus. „Welcome“ ist parallel zur Ausstellung „Teilweise möbliert, exzellente Aussicht. Ortsspezifische Kunst für Haus Lange Haus Esters“ bis zum 21. September zu sehen.
Die Villen Haus Lange und Haus Esters wurden 1927/28 von dem Architekten Mies van der Rohe für Krefelder Seidenfabrikanten entworfen und werden seit 1955 (Haus Lange) und 1981 (Haus Esters) museal genutzt.