Die Gewässer im Schlosspark Molsdorf bei Erfurt werden im kommenden Jahr saniert. Wie die in Rudolstadt ansässige Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) am Montag mitteilte, solle der Teich am Schloss, der Kanal und der Parkteich am Südende des Parks in mehreren Schritten entschlammt werden.
Hierfür müssten Teiche und Kanal jeweils für einige Zeit trockengelegt werden, um den Schlamm ausbaggern zu können. Dabei sollen auch der zum Teil sehr starke Bewuchs mit Wasserpflanzen reduziert und die Ufer saniert werden. Insgesamt werde die Schlösser-Stiftung in Abstimmung mit den Umweltbehörden vorgehen, da die Gewässer neben ihrer Bedeutung als Teil des Gartendenkmals auch wertvolle Lebensräume seien.
Verzichtet werde auf die zunächst geplante Anlage eines parkeigenen Brunnens. Nach einer umfassenden Untersuchung der Wasserqualität im Schlosspark habe die Annahme widerlegt werden können, dass Schadstoffe von einer nicht weit entfernten Autobahn in die Parkteiche eingespült werden. Danach stammen die Ablagerungen größtenteils aus dem Park selbst, beispielsweise vom Laub der Bäume. Die Gewässer sollen deshalb auch weiterhin über den bisherigen Bachzufluss gespeist werden.
Ihre Ursprünge haben die Gewässer in dem Schlosspark in einer Wasserburg des 16. Jahrhunderts. Mit deren Umbau zum Schloss durch den Diplomaten und Kunstsammler Gustav Adolph Graf von Gotter (1692-1762) war die Anlage eines großen Barockgartens verbunden, umgeben von Kanälen und mit integrierten Wasserspielen. Mit der Umgestaltung des Gartens zum Landschaftspark um 1800 blieb nur noch der westliche Kanal erhalten.