Getötete Helfer – Palästinenser-Rettungsdienst will Aufklärung

Der tödliche israelische Angriff auf Krankenwagen in Gaza müsse unabhängig untersucht werden, fordert der Palästinensische Rote Halbmond. Auch das Auswärtige Amt will Aufklärung. Bei dem Angriff starben insgesamt 15 Helfer.

Der Rettungsdienst Palästinensischer Roter Halbmond (PRCS) wirft Israel Kriegsverbrechen und wiederholte Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Die Organisation fordert eine unabhängige internationale Untersuchung, "um die Verantwortlichen für das Verbrechen gegen die Rettungswagen-Teams in Rafah zur Rechenschaft zu ziehen", heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Bei dem Angriff im südlichen Gazastreifen wurden am 23. März 15 humanitäre Helfer getötet.

Unter den Getöteten sind demnach auch acht Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Das Schicksal eines weiteren Sanitäters sei weiter unbekannt.

PRCS sprach von anhaltendem und gezieltem schwerem Beschuss auf die eindeutig gekennzeichneten Rettungsfahrzeuge. Zudem habe Israel Rettungsteams über Tage den Zugang zu dem Gebiet verwehrt. Die Leichen von 14 der 15 Getöteten wurden demnach am 30. März aus einem Massengrab geborgen. Die Sanitäter seien laut vorläufigem forensischen Bericht durch mehrere Schüsse in den Oberkörper getötet worden, so der PRCS. Der Rettungsdienst spricht von vorsätzlicher Tötung.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sprach am Montag von schockierenden und schwerwiegenden Vorwürfen. Das Vorgehen der israelischen Armee müsse untersucht, Täter und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden.

Die israelische Armee hatte zunächst behauptet, die Rettungsfahrzeuge seien ohne Scheinwerfer sowie ohne Koordinierung mit der Armee in zeitlicher Nähe zu einer Gruppe von Terroristen unterwegs gewesen. Die Soldaten hätten daraufhin das Feuer auf die verdächtigen Fahrzeuge eröffnet. Ein am Samstag von der "New York Times" veröffentlichtes Video, das mit dem Handy eines der getöteten Sanitäter aufgenommen wurde, zeigte jedoch, dass die Krankenwagen eindeutig gekennzeichnet waren.

Die Armee räumte daraufhin eine fehlerhafte Darstellung ein. Vorwürfe, die Soldaten hätten die Sanitäter aus nächster Nähe erschossen und die Getöteten in einem nicht gekennzeichneten Massengrab verscharrt, wies die Armee laut israelischen Medienberichten zurück. Das Vergraben von Leichen auf diese Weise sei eine anerkannte Praxis, um zu verhindern, dass Tiere die Leichen fressen. Die Armee habe die UN umgehend über den Bestattungsort informiert.

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