Bockhorn/Collstede. „Das hätten auch wir sein können.“ Diese Erkenntnis machte den Schülerinnen der Carlo-Collodi-Schule aus Linswege nach ihrem Besuch in Wehnen ganz schön zu schaffen. Die Gedenkstätte für die Opfer oldenburgischer Krankenmorde zur Zeit des Nationalsozialismus. wurde im April 2004 in der „Alten Pathologie“ eingerichtet. Damit schufen die Angehörigen der Opfer, die sich im Gedenkkreis Wehnen zusammenfanden, nicht nur einen Ort für ihre Trauer, sondern auch ein Zentrum für die Dokumentation der damaligen Geschehnisse.
Denn hätten die Mädchen nicht heute, sondern vor 80 Jahren gelebt – sie wären während der NS-Zeit möglicherweise zwangsweise sterilisiert worden. Die Schule in Linswege ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Träger der Carlo-Collodi-Schule ist das Diakonische Werk Oldenburg mit seiner Jugendhilfe. „Das hat unsere Mädchen sehr beschäftigt“, erinnert sich Nicole Cramer an den Besuch in Wehnen. Sie ist Pädagogin an der Carlo-Collodi-Schule. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Oliver Hoepe hat sie in ihrem Unterricht das Thema Nationalsozialismus bearbeitet. „Wehnen war einer von mehreren Erinnerungsorten in der Region, die wir besucht haben“, sagt Hoepe. Mit diesen Exkursionen wollte er das Thema für die Schüler greifbarer machen. Und das gelang inzwischen bereits mit mehreren Abschlussklassen.
