Anlässlich des Welt-Adipositas-Tages am 4. März hat sich die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) für mehr Prävention eingesetzt. Starkes Übergewicht, in der Fachsprache Adipositas, bedeute eine körperliche und psychische Belastung für die Betroffen, sagte Gerlach in einer Pressemitteilung vom Mittwoch. Im Jahr 2024 seien 3,6 Prozent der Erstklässler sowie 15 Prozent der Erwachsenen stark übergewichtig gewesen, weitere 4,9 Prozent Erstklässler und 35 Prozent Erwachsene „normal“ übergewichtig. Das Gesundheitssystem gebe für die Folgen pro Jahr rund 197 Millionen Euro aus.
Eine Adipositas im Kindesalter bleibe häufig auch im Erwachsenenalter bestehen, erklärte Gerlach. „Knapp die Hälfte der im Grundschulalter untersuchten Kinder mit starkem Übergewicht waren auch noch fast zehn Jahre später übergewichtig.“ Ein Ziel des bayerischen Präventionsplans sei es, Übergewicht und Adipositas sowie daraus resultierende Folgeerkrankungen zu verringern. „Dafür müssen wir in vielen gesellschaftlichen Bereichen zusammenwirken - zum Beispiel mit leicht erreichbaren Bewegungsangeboten und bei gesundem Essen in Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Kliniken oder Seniorenheimen“, betonte die Ministerin. Daneben sei es ihr wichtig, der Stigmatisierung von übergewichtigen Menschen entgegenzuwirken.
Adipositas ist den Angaben zufolge eine chronische Erkrankung und zudem ein Risikofaktor für verschiedene chronische Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einzelne Krebsleiden. Statistisch führe eine Adipositas je nach Schweregrad zu einer Reduzierung der Lebenserwartung um zwei bis zehn Jahre. (0646/04.03.2026)